sites/randogoth.com/content/20081227_fallout-3.md

87 lines
4.2 KiB
Markdown
Executable file
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

Title: Fallout 3
Category: ENDTIMES
Date: 2008-12-27 12:39
Slug: fallout-3
![3026041576-fallout-3.jpg](http://l.yimg.com/eur.yimg.com/xp/eugamer/20080502/08/3026041576-fallout-3.jpg "3026041576-fallout-3.jpg")
**Review**
Der lange erwartete dritte Teil der Fallout Serie wurde zu Recht zum
Spieleknaller des Jahres gekürt. Das Spiel reiht sich nahtlos in die
bisherige Fallout-Welt ein und immer wieder trifft man auf Referenzen
und Charaktere, die man aus den ersten beiden Teilen in Erinnerung
behalten hat. Wie schon zuvor hat man uneingeschränkte Freiheit bei
allen Entscheidungen, wo man sich hin bewegt, mit wem man wie
interagiert, und wie und ob man erteilte Aufgaben löst. Je nachdem, wie
moralisch oder unmoralisch man sich als Spielcharakter verhält, ändern
sich Reaktionen der anderen Figuren und Fraktionen im Spiel.
[more]
Auf der Suche nach dem eigenen Vater flüchtet man zum ersten Mal im
Leben aus der geschützten Enklave des unterirdischen High-Tech
Atombunkers ans Tageslicht mitten ins nuklear verseuchte und dem
Erdboden gleichgemachte Washington D.C. Mutierte Ratten und
Riesenskorpione machen Jagd auf einen, genauso wie kannibalistische
Sklavenhändler, Riesenmutanten und faschistische Soldaten. In der
nahegelegenen Siedlung Megaton findet man Händler, Veteranen und
verrückte Anhänger der Sekte “Kinder des Atoms”, die einen nuklearen
Blindgänger im Zentrum der Stadt als Gottheit anbeten. Das allgemein
anerkannte Zahlungsmittel im postnuklearen Ödland sind in der Regel
Kronkorken, die man überall finden, verdienen oder stehlen kann. Man
kämpft sich während des Spiels durch verlassene Atombunkeranlagen,
gigantische Grotten, der völlig verwüsteten Innenstadt von Washington,
Roboterfabriken und das von ehemals atombetriebenen retrofuturistischen
Autowracks übersähte Umland.
Das Aussehen und die Soft-Skills des eigenen Charakters sind komplett
frei entfaltbar, genauso wie die Kleidung, die man jedem getöteten Wesen
einfach abnehmen kann, und die Waffen, die man als Belohnungen für
erfolgreiche Missionen erhält, findet, oder sich selbst zusammenzimmert.
Man bekommt unter bestimmten Umständen sogar eine von zwei Wohnungen zur
Verfügung gestellt, die man nach Lust und Laune einrichten kann.
Bewusstseinserweiternde Drogen gibt es zu Genüge - sei es Alkohol oder
“Nuka Cola”, diverse Medikamente, oder das aus Fallout 2 bekannte “Jet”,
bei Überkonsum sollte man sich aber auf unangenehme Nebenwirkungen und
Entzugserscheinungen gefasst machen.
**Fazit**
Fallout 3 ist jedenfalls in die Top 5 meiner All-Time-Favorite Games
aufgestiegen und die uneingeschränkte Freiheit trägt ungemein zum
extremen Suchtfaktor des Spiels bei. Die Atmosphäre ist atemberaubend,
obwohl die Grafik nicht unbedingt mit anderen aktuellen 3D Spielen
mithalten kann. Dafür ist der Sound und die per “Pip-Boy” Radio
empfangbare Musik um so besser. Das innovative rundenbasierte “V.A.T.S.”
Kampfsystem als jederzeit nutzbare Alternative zum Live-Geballer ist
sehr überzeugend und perfekt gelöst und realistische Dinge, wie die
Abnutzung von Waffen, Müdigkeit, Strahlungsschäden oder Drogenentzug
machen das Spiel sehr spannend, ohne unnötig abzulenken.
**Benotung**
Grafik 2
Sound 1
Atmosphäre 1
Intelligenz 2
Freiheit 1
Charakter 1
Suchtfaktor 1
**Endzeitvorbereitung**
Fallout 3 bereitet sehr gut darauf vor, was es bedeutet in einem
postnuklearen Ödland zu überleben - sowohl was die Strahlungsbelastung
betrifft, als auch die Folgen von Mutation und der Abwesenheit von
gesellschaftlichen Kontrollmechanismen. Man lernt schnell, wie wichtig
es ist, reines Trinkwasser zu besitzen und permanent Medikamente in
ausreichender Menge mit sich zu führen. Man gewöhnt sich schnell ein
gesundes Gleichgewicht ziwschen Paranoia und Empathie an und lernt, dass
sich in einer ethiklosen Umwelt ein gewisses Maß an Moral auch auszahlen
und einem überlebenswichtige Freunde schenken kann. Man erfährt, wie
schwer es ist, im jahrzehnte abgeschlossenen Raum eines Atombunkers die
Kontrolle zu behalten und nicht wahnsinnig zu werden und wie wichtig es
ist, Informationen zu sammeln und vor allem, mit anderen auszutauschen,
um die Hoffnung aufrecht zu erhalten und dem um sich greifenden
Nihilismus vorzubeugen.